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Paris

Diesen Eintrag bin ich euch schudig geblieben, weil es in letzter Zeit beruflich bei mir so turbulent zuging.

Vor langer Zeit, als ich noch Fräulein v.E. und nicht Frau E. und bevor ich ins Exil ging, da fragte mich Männchen, wohin ich gerne mal reisen würde.

Mein Blick schweifte umher, wurde glasig und ich murmelte

Disneyland

Jeder hätte an dieser Stelle gelacht.

Männchen nicht.

Ich erzählte ihm davon, wie ich früher auf den Videokasetten der Disneyfilme Werbung fürs Disneyland gesehen und meine Eltern gefragt hatte, ob wir da mal hinfahren könnten.

Es gab immer die selbe Antwort

Nein, zu teuer.

Ich erzählte es ihm und er sah mich an und sagte:

Wir sind erwachsen. Wir können tun und lassen, was wir wollen.

Also fahren wir ins Disneyland.

Das war vor hundert Jahren, knapp.

Damals im 6. oder 7. Semester des Pharmaziestudiums war jede Reise außerhalb der Heimatstadt ein finanzieller Akt, doch wir waren mit wenig zufrieden.

Doch der Weg bis Paris war lang.

Im 7. Semester, als ich einwilligte Männchens Frau zu werden, konnten wir in den Semesterferien nicht wegfahren, weil ich meine Wahlpfichtarbeit schrieb und das meine gesamte Zeit beanspruchte (und alle meine vom Studium noch verbliebenen Nerven).

Im 8. Semester opferte ich all meine Zeit dem 2. Staatsexamen (und begann diesen Blog).

Im Frühjahr 2015 konnten wir nicht nach Paris reisen, denn ich war in Berlin bis Herbst 2015, wo ich dann Examen machte und begann auf unsere Hochzeit zu sparen.

Die Flitterwochen 2016 konnten wir nicht in Paris machen, weil da gerade Fußball-WM war (alle Hotels waren ausgebucht und doppelt so teuer wie zu jeder anderen Zeit).

Und dann kam dieses Jahr!

DAS JAHR!

Da es bei mir sehr schwierig ist und war und noch bis Ende November bleibt, haben wir uns entschieden nur für ein verlängertes Wochenende nach Paris zu reisen.

Das war viel zu kurz!

(Waren Sie schon mal in Paris?)

Was für eine bezaubernde Stadt!

Ich war begeistert.

Sie ist wie Berlin (vermutlich mochte Männchen Paris deshalb nicht so sehr wie ich).

Wir reisten mit dem Zug an und schliefen in einem Hotel mitten in der Innenstadt nur 10 Minuten von Notre Dame entfernt.

Und ich liebte es.

Wir reisten Donnerstag an und gingen abends esssen, ich, bewaffnet mit einem kleinen Reiseführer, den mir meine Chefin geschenkt hatte (vermutlich um mich bei Laune zu halten).

Das Essen war großartig.

Wir waren jeden Tag in einem anderen Restaurant oder Café.

Es war zauberhaft.

Am Freitag dann war der große Tag.

Wir reisten mit einem (ziemlich verspäteten) Bus ins Disneyland und erfüllten mir meinen Kindheitstraum.

Ich kann diesen Ausflug jedem empfehlen, der Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren hat 😀

Überall laufen Disneyfiguren rum, man kann Maus-Ohren kaufen (ohja, ich habe jetzt welche!), es gibt Themengebiete zu verschiedenen Filmen und ganz ganz tolle Karussells.

Der Eintritt und alles, was man im Park kaufen kann, ist leider happig teuer, doch das konnte uns ja egal sein – wir sind ja erwachsen 🙂 wir wurden nicht von einem quengelnden Kind geärgert, sondern durften uns einfach kaufen, was wir wollten und damit waren wir glücklich.

Wir blieben bis abends und sahen uns die tägliche Parade der Disneyfiguren an und waren dann müde und wollten wieder heim…

Doch unser Bus tauchte nicht auf 😀

Wir zusammen mit der gesamten Reisegruppe, die mit uns angereist war, waren gestrandet.

Wir versuchten telefonisch jemanden von der Reiseagentur ausfindig zu machen, doch alle Mühen waren vergeblich.

Am Ende fuhren wir mit dem Zug zurück nach Paris, was auch kein Problem, nur ärgerlich war, weil es viel günstiger war, als die Busfahrt und, weil wir noch ein Ticket kaufen mussten 🙂

Am Samstag hatten wir eine Paris Sightseeing Tour gebucht mit einem Bus mit Audio Kommentar, die Busse waren doppelstöckig und oben offen, was uns zum Verhängnis wurde, als es anfing aus Eimern zu gießen.

Dafür hab ich alles abgeklappert, was touristisch wertvoll ist.

Aber ich finde ein Besuch reicht nicht aus um die ganze Schönheit dieser Stadt zu sehen, deswegen wollen Männchen und ich nächstes Jahr nochmal nach Frankreich reisen, dieses Mal vielleicht zuerst nach Paris und dann ans Meer?

Mal schauen, wohin unser Weg uns führen wird 🙂

 

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Dieses Leben

Der Sprung ins Leere – vorletzter Eintrag in der Kategorie „Dieses Leben“

Kündigen wird niemals mein Lieblingshobby werden.

Vorgestern haben Männchen und ich eine Vergleichstabelle über die 3 zur Auswahl stehenden Apotheken geschrieben und es hat sich herauskristallisiert, welche ich am liebsten hätte.

Alle 3 wollten mich sofort und gern einstellen.

(Was für ein vorteilhafter Umstand.)

Einer war im Vorstellungsgespräch irgendwie unsympathisch, hat erzählt, dass bei ihm gelästert wird und hat eigenmächtig meine Stundenzahl reduziert, außerdem stehen in dem Vertrag, den er mir zur Ansicht zugesendet hat, Dinge drin, die ich nicht unterschreiben will.

Eine Apothekerin war furchtbar nett, kann mir aber nur weniger Stunden (und Geld) bieten, als ich eigentlich möchte und ist mit ihrer Apotheke irgendwo in den 90ern hängen geblieben (was sehr charmant ist, aber für mich als Apothekerin, die sich noch entwickelt, irgendwie hinderlich).

Und dann waren da die beiden Apothekerinnen, die die Apotheke ihres Vaters aufgemotzt und zukunftsfähig gemacht haben – sie wollen mich anständig bezahlen, brauchen mich für 40 Stunden und haben zugesagt mich unbefristet einzustellen.

Das ist alles schön und gut, aber vor dem neuen Job steht erstmal das Ende des alten.

Männchen und ich haben also die Kündigung geschrieben (zum 1.12., nicht zum 15.11., obwohl ich das zeitlich gekonnt hätte, aber es wäre arschig gewesen).

Und er hat mich deutlich darin bestärkt, gleich zu kündigen.

Pflaster abreißen – darin bin ich ja so gut.

Also hab ich mir die Kündigung selbst per Mail geschickt und wollte sie auf Arbeit ausdrucken.

Was schwierig war, denn meine Chefin war schon da, als ich auf Arbeit kam.

Ich wartete bis ich allein im Back-Office war, druckte heimlich die Kündigung aus, faltete sie schnell in einen Umschlag und warf sie in mein Postfach (wo niemand außer mir reinschaut, weil es ein riesiger Haufen Papier ist).

Und dann wartete ich.

Auf gutes Wetter, auf ein schönes Morgen, darauf, dass meine Chefin ihr Dienstende verkündete.

Ich fragte sie, ob sie noch 5 Minuten habe.

Sie sagte ja – sie musste ja, es hätte ja um die Filialleitung gehen können.

Ging vor mir voraus und meinte noch lapidar: Solange sie nicht auch noch kündigen wollen.

Doch, sagte ich, das will ich. Zum 1.12.

Und dann wurde das Gespräch genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Erst versuchte sie mich auf den 1.1. hochzuhandeln, was ich abwiegelte, indem ich sagte, ich hätte schon unterschrieben (Notlüge, nennt man sowas wohl 😉 ).

Dann sagte sie mir, man könne ja 14 Tage nach Vertragsbeginn noch zurücktreten, das ließ ich kommentarlos stehen.

Ich habe mir nicht wochenlang Gedanken gemacht und Gespräch geführt um dann zu sagen: Ach ja? Ok, na dann mach ich das.

Dann fragte sie warum und ich meinte, ich wolle keine 12 Stunden mehr am Stück arbeiten und hätte mir deswegen eine Apotheke mit kürzeren Öffnungszeiten gesucht.

(Funfact! Alle 3 Apotheken haben kürzere Öffnungszeiten, als die jetzige, eine schließt 18 Uhr, eine 18.30 Uhr und eine 19 Uhr, aber keiner hat Samstags länger als bis um 12 offen, merkste was?)

Da wurde sie eklig und begann zu meckern.

Warum bei uns alle nicht belastbar wären, in ihrer Hauptapotheke wäre viel mehr los, keiner von uns könnte da ja lange bestehen.

Ich erwiderte, ich wäre belastbar gewesen, als ich angefangen hatte, aber die Arbeit wäre einfach immer mehr geworden und mir nun zu viel – und das stimmt.

Dann kam der Burner.

Sie sagte, ich wäre nur wegen meiner vielen Vorerkrankungen nicht belastbar.

Nääääääät.

An dieser Stelle hat meine Chefin sämtliche Brücken zwischen uns abgebrochen.

Dieser äußerst unangebrachte persönliche Tiefschlag wird verhindern, dass ich je wieder freiwillig einen Fuß in diese Apotheke setzen werde um dort zu arbeiten.

Meine Gesundheit hat absolut nichts damit zu tun, dass ich keine 12 Stunden Schichten mehr machen möchte.

Es gibt verdammt nochmal ein Arbeitsgesetz, wo drinsteht, dass die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschreiten sollte – und das Gesetz gibt es mit gutem Grund.

Weil eine längere ständige Arbeitszeit den Menschen gefährdet und JA!

Auch die Gesundheit wird dadurch gefährdet.

Man wirft sich in einen dauerhaften Zustand der Erschöpfung, man schläft nicht mehr richtig, man isst nicht mehr richtig, man hat keine Zeit mehr um sich abzulenken, seine Freunde zu treffen, ein Hobby zu haben oder UM WAHLHELFER ZU SEIN.

Meine Vorerkrankungen, Baby?

Fick dich doch mit meinen Vorerkrankungen.

Ich hab keine Lust mich weiter ausbeuten zu lassen.

Ich bin nicht gewillt ab Dezember allein 12 Stunden jeden Tag da zu sein, außer, wenn meine Chefin mir gnädigerweise eine Vertretung schickt (was sie mir nur für 2 von 4 Wochen pro Monat zugesagt hatte).

Wisst ihr wie ich nach 2 Wochen a 60 bis 72 h Arbeit aussehe?

Da kannst du mich wegwerfen.

Meine Vorerkrankungen…

Nimm sie und schieb sie dir dahin, wo die Sonne nicht scheint!

Nachdem meine Chefin und ich das geklärt hatten, ging der Tag weiter wie davor.

Nachmittags meldete sich doch tatsächlich die Apothekerin, die neulich zum Vorstellungsgespräch da war zum Probearbeiten am Donnerstag.

Ich rief meine Chefin an, sie bat mich der Apothekerin den Job so schmackhaft wie möglich zu machen, was ich tun werde, denn immerhin hängen meine Lieblings-PTA-Jungs ja noch in der Apotheke.

Ups!

Da hab ich doch glatt was vergessen.

Nämlich es meinen Kollegen zu sagen, dass ich gekündigt habe.

Ich überlegte bis abends, wie ich es meinem Lieblings-PTA sagen konnte, der mit mir in der Spätschicht war.

Es würde traurig sein, vielleicht wütend, ich wollte nicht, dass er den ganzen Abend eingeschnappt war oder nicht mehr mit mir redete, weil ich ihn wirklich gern hatte.

Den Mut mit ihm zu sprechen, fand ich erst als wir am Auto standen.

Als ich es ihm sagte, war er fassungslos, sein Mund stand offen, dann wurde er traurig.

Ich bat ihm an, mit mir zu kommen, denn meine favorisierte Apotheke sucht noch 2 PTAs.

Doch der Weg ist für ihn weiter und die Bezahlung vermutlich schlechter.

Ich glaube nicht, dass er mit mir kommt, doch ich denke, dass er es mir hoch anrechnet, dass ich an ihn gedacht habe.

Nun warte ich auf die Email mit dem Arbeitsvertrag und dann…

… dann geht das nächste Kapitel los.

 

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Arbeit

The Choice is yours

3 Apotheken.

4 Apotheker/innen.

3 Standorte.

Alle so verschieden, dass sie unterschiedlicher kaum sein könnten.

Da ist die Kleinstadt Apotheke, gegenüber der Kaufhalle.

Mit dem despotischen Kontrollfreak-Chef.

Da ist die Dorfapotheke, die Mittags 3 Stunden Pause macht, aber persönlich großen Charme ausstrahlt.

Und da ist die Doppel-Apotheke, bei der die Chefinnen mit 4 A4 Blättern zum Vorstellungsgespräch anrücken und überdimensionale Pläne haben mit mir.

Und nun nur die Frage:

Was tun?

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Dieses Leben

Kampfansage

So. Jetzt reichts.

Nachdem meine Chefin und ich 2 Gespräche über mein künftiges Gehalt als Filialleiterin gehabt haben und ich jetzt mitbekomme, wie das ist, wenn die Hälfte der Belegschaft nicht da ist, habe ich beschlossen, dass ich kündigen werde.

Wenn ich mich beeile zum 15.11., wenn nicht, dann zum 1.12., denn so geht es nicht weiter.

Bei uns hat die Saison angefangen.

Die Erkältungssaison.

300 Leute (!) täglich kommen in unsere Apotheke, brauchen Nasensprays (oder auch nicht), Hustensaft, Lutschpastillen, Einreibungen…

Mit anderen Worten:

Wir haben arschviel zu tun.

Ich soll ja hauptsächlich Rezepte kontrollieren, nur, komm ich fast nie dazu, weil wir immer nur zu zweit da sind.

Und von diesen zwei Leuten werden drei im Handverkauf gebraucht.

Und weil meine schwangere PTA heute wieder einen Zettel mit Beschäftigungsverbot mitgebracht hat (nun nur noch 5 Stunden pro Tag, statt wie vorher 6 und wie davor 7), seh ich nun langsam kein Land mehr.

Und ich sehe nicht ein, warum ich das sinkende Schiff nicht verlassen darf.

Noch hab ich keinen Vertrag unterschrieben, noch bin ich einfach nur angestellt.

Keiner kann mich zwingen zu bleiben.

Und morgen hab ich das nächste Vorstellungsgespräch und BEI GOTT:

Wenn die ein auch nur annähernd annehmbares Angebot machen, dann werde ich das annehmen.

Auch, wenn das dann für mich heißt jeden Tag 30 Minuten mit dem Auto hin und abends wieder 30 Minuten mit dem Auto zurück zu fahren.


Was ist eigentlich aus der anderen Apothekerin geworden, die mich einstellen wollte?

Nachdem sie zwei mal den Termin zum zu- oder absagen verschoben hat, hat sie abgesagt, sie könne sich keine 40 h Kraft leisten.

Auf mein Angebot auch 30 oder 35 h zu arbeiten, hat sich nicht mehr reagiert.

Sie beteuerte dennoch, dass es nicht an mir liege…


 

Morgen also wieder Bewerbungsgespräch, danach muss ich von 12 bis 20 Uhr arbeiten.

Aber dann ist endlich Wochenende ❤

Mein Geburtstag.

Obwohl ich nicht weiß, ob man den 28. immernoch so toll finden und feiern sollte, denn was hat mir das letzte Jahr gebracht?

Schreit nach einem review… dazu später.

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Dieses Leben

Filialleiterin wider Willen

Letzte Woche Donnerstag bis Sonntag waren Männchen und ich in Paris.

Darüber werde ich noch einen eigenen Blogartikel verfassen, hier geht es darum, was passierte, als ich nicht da war.

Von uns 3 Apothekerinnen hat eine schon Anfang September gekündigt und mich und die 25 h Kraft zurück gelassen.

Und Donnertag, als ich im Zug nach Paris saß und mich auf unsagbar gutes Essen freute, hat nun auch die 25 h Kraft gekündigt.

In Deutschland ist es so, dass eine Apotheke nur offen sein darf, wenn ein Apotheker oder Pharmazie-Ingenieur im Haus ist.

(Warum es so wichtig ist, dass es die Pharmazie-Ingenieur-Ausnahme gibt, dazu komm ich gleich.)

Wir haben keine Pharmazie-Ingenieure in unserer Apotheke, wir hatten 3 Apotheker und die konnten sich in die Öffnungszeiten (Montag bis Samstag 8 bis 20 Uhr) reinteilen.

Das geht jetzt nicht mehr, denn nun gibt es nur noch mich.

In Deutschland darf ein einzelner Apotheker bis zu 3 Apotheken besitzen.

Davon ist dann eine die Hauptapotheke und 2 die Filialapotheken.

Unsere Apotheke ist eine von 3 Apotheken und war bisher die Hauptapotheke.

Deswegen war ich auch noch nie „richtige“ Filialleiterin, denn in der Hauptapotheke gibt es den nicht, sie wird theoretisch vom Inhaber (also dem Besitzer aller 3 Apotheken) geführt.

In unseren anderen beiden Schwester-Apotheken gibt es Pharmazie-Ingenieure, doch diese Apotheken sind beide 50 km von unserer entfernt.

Warum erzähl ich euch das?

Meine Chefin will uns jetzt zur Filialapotheke machen, damit sie mir aus den anderen Apotheken eine/n Pharmazie-Ingenieur schicken kann, der sich mit mir die Öffnungszeiten teilt.

Warum ist das wichtig?

Siehe oben. Wenn nur ich allein da bin, ohne Hilfe, muss ich theoretisch jeden Tag 12 Stunden in der Apotheke sein. Das mach ich eine Woche, das mach ich zwei Wochen und dann kündige auch ich. Das WEISS meine Chefin.

Wo kommt das jetzt mit der Filialleiterin her?

Na, jede Apotheke braucht einen Filialleiter (soweit ich weiß, muss das auch ein Apotheker sein). Und ich bin die einzig verbliebene Apothekerin.

Es ist demnach die einzige Lösung für mich (und meine Chefin), mich zur Filialleitung zu machen und mir dann bis wir ein oder besser 2 neue Apotheker haben, eine/n Pharmazie-Ingenieur aus einer der beiden anderen Apotheken zu schicken.

Was bedeutet das für engelchenve?

Papierkrieg.

Grande Papierkrieg.

Ich brauch ein neues Führungszeugnis (kostet Geld), ein neues Gesundheitszeugnis (kostet Nerven und Geld), ich muss einen Lebenslauf abgeben, ich muss mehrere schriftliche Erklärungen abgeben, dass ich nicht noch irgendwo anders als Apothekerin arbeite, dass ich nebenbei keine anderen Rechtsgeschäfte laufen habe, etc. pp.

Dann muss das von meiner Chefin beantragt werden mit meinem neuen Vertrag.

Mit meinem was?

Neuer Vertrag.

Hätte es meine Chefin nicht von selbst angesprochen, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass dieser minimale Mehraufwand (uhu! Alliteration!) für mich auch in mehr Vergütung mündet.

Tut er aber. Muss er.

Ich habe natürlich keine Ahnung, was ein Filialleiter so verdient, aber ich habe Facebook und seit Kurzem bin ich dort mit einigen Apothekern vernetzt.

Und einer hat was durchsickern lassen, nach eigener Aussage, damit ich nicht zu wenig verlange – „Das dankt dir keiner!

Ich weiß nicht, ob man die Summe auch googlen kann, ihr könnt es ja versuchen, nennen werde ich sie nicht, nur so viel:

Ich verdiene jetzt schon eine für mich überirdisch große Summe und die wird noch größer.

Das könnte alles so schön sein, aber warum freu ich mich dann nicht?

Nun zunächst ist da noch der Punkt, an dem ich mit 3 – ab Dezember, wenn meine eine PTA in Mutterschutz geht, mit 2 – PTAs allein bin in der Apotheke, bis mir irgendwann Hilfe geschickt wird oder sich endlich jemand bei uns bewirbt (wir würden wirklich jeden einstellen).

Das ist die absolute Minimalbesetzung und bedeutet, dass wir ab Dezember jede Woche eine 6 Tage Woche haben – unzwar wir alle 3.

Meine Tage werden 12 h lang sein und die von meinen beiden Jungs je 8.

Das bedeuetet für mich in Summe 72 h Arbeit plus Notdienste, falls die nicht von den Doktoranden übernommen werden.

Ich war, bin, und werde weiterhin nur fü 40 h angestellt sein (ist halt das Maximum, was gesetzlich erlaubt ist), das sind 32 Überstunden pro Woche.

Ganz abgesehen davon, dass das Wahnsinn ist, ist mir das persönlich nicht Recht.

Ich habe nicht geheiratet, um meinen Mann nur nachts (und das nicht mal jeden Tag, da Notdienst!) zu sehen.


Als ich auf Facebook gepostet habe, dass ich jetzt Filialleiterin werde, haben mir alle gratuliert.

Doch in Wirklichkeit gibt es dafür überhaupt keinen Grund.

Ich werde praktisch in der Apotheke wohnen und das Geld, was ich dann wahrscheinlich bekomme, nicht ausgeben können, weil ich dafür einfach keine Zeit habe.

Eat, Sleep, Work – Repeat.

So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Ich wollte Filialleiterin werden, weil ich es mir verdient habe, weil ich es mir erarbeitet habe.

Und nicht als Notlösung.


Heute abend will die Konkurrenz-Apothekerin zurückrufen, die noch rechnen musste, ob sie sich mich leisten kann.

Und bei Gott.

Ich hoffe, sie kann es.

Denn ich weiß nicht, wie lang ich diese Arbeitsbelastung aushalte.

 

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Dieses Leben, Leben

Stillstand

Stillgestanden!

Es ist als hätte jemand genau dies zu meinem Leben gesagt Anfang diesen Jahres.

Seitdem bewegt sich nichts mehr.

Jedenfalls nicht in Richtungen, die mir gefallen könnten.

Männchen versucht an seiner Karriere zu basteln und gerät ständig in Konflikt mit seinen Vorstellungen.

Ich, die ich zu Beginn diesen Jahres noch vorhatte, die Apotheke, in der ich jetzt arbeite, gut zu leiten, ich will weglaufen – und es klappt nicht.

Inzwischen sind wieder 2 Vorstellungsgespräche verstrichen.

Bei dem letzte Woche hatte der Chef vergessen mir vorher zu sagen, dass ich lediglich als Schwangerschaftsvertretung eingesetzt  sollte und weil ich eine Frau im gebärfähigen Alter bin lediglich einen befristeten Vertrag bekäme.

Die Konditionen brauchte er mir nicht zu erzählen, die Stelle sei sowieso erst im Januar frei.

Und heute war ich in einer anderen Apotheke zum Gespräch, bei der ich im Nachhinein das Gefühl habe, man wolle mich deutlich im Preis drücken.

Vorher hieß es noch man böte mir sehr gute Konditionen.

Jetzt ist es einfach nur ein Tarifgehalt, jeden Monat ein Notdienst und ansonsten – nichts.

Ich habe mir nicht die Mühe gegeben zu fragen, ob sie auch noch vorhätte mich zu befristen, das kann ich immernoch nächste Woche machen, wenn ich dort Probe gearbeitet habe und sie mich einstellen möchte.

Scheinbar sind meine Erwartungen an eine neue Stelle viel zu hoch.

Wobei ich jetzt schon die tägliche Fahrzeit von mindestens einer Stunde in Kauf nehme.

Und ich würde auch weniger Geld als jetzt verlangen, aber nicht derartig wenig, vor allem nicht, wenn ich auch noch Notdienste machen soll.

Langsam geht mir die Geduld aus.

Mitte Oktober sind wir nur noch 2 Apothekerinnen, die zusammen 72 h Dienst abdecken müssen.

Es ist keine ordentliche Stelle in Sicht.

Und Männchen meckert andauernd über seine Arbeit, die uns hier gefesselt hält.

Ich habe ihm nun deutlich zu verstehen gegeben, dass ich nicht in meiner Heimatstadt  bleibe, wenn er die Arbeit aufgibt, sondern wegziehen möchte.

Raus aus dem Dunstkreis der Uni, die jedes Jahr neue Apotheker hervorbringt und mir so die Möglichkeit nimmt eine neue Stelle zu finden.

Berlin, sagte er, da finde ich nichts zu arbeiten.

Ich finde hier nichts, sage ich dann.

Und glücklich bin ich hier auch nicht mehr.

Ich könnte einen Klimawechsel dringend gebrauchen.

Klar ist unsere Wohnung echt schön, sie ist das Optimum, was man hier erreichen kann.

Doch leben heißt doch nicht nur wohnen und arbeiten.

Ich bin gelangweilt in meinem Kaff.

Nach Escape Room, Schlauchboot-Tour und alle 2 Wochen ins Kino gehn, fühle ich, dass mir trotzdem noch etwas fehlt, was mich auslastet.

Aber nicht mehr Arbeit, sondern etwas, was mich glücklich macht.

Und ich weiß nicht, ob es das hier noch gibt.

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Happy Birthday, Kleiner!

Heute vor 3 Jahren habe ich meinen Blog angefangen.

So vieles hat sich geändert.

Ich bin verheiratet, approbiert, wir sind umgezogen, haben eine Katze zu Grabe getragen.

Wir haben zusammen die kleinen und großen Katastrophen und Glücksmomente durchlebt.

Und auch, wenn ich jetzt nicht mehr so viel bloggen kann, wie zu Beginn, ist es mir immernoch wichtig diesen Ort für mich zu behalten, wo ich denken kann, was ich will.

Wo ich sagen kann, was ich will.

Danke, dass ich hier immer ehrlich sein konnte.

Danke, Blog.

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