Extras, Leben

Party hard auf dem Party.San

Ach, wie schön war es mal wieder auf ein Festival zu fahren.

Ja, na klar, wir waren dieses Jahr für einen verregneten Tag auf dem WGT, aber ein echtes Festival zu besuchen – das habe ich vermisst.

Meine bisherige Festival-Laufbahn begann 2019 spontan mit einem M’era Luna Besuch, setzte sich dann 2010 und 2011 mit dem Besuch des Barther Metal-Open-Airs fort.

2012 trat Männchen in mein Leben und mit ihm fuhr ich 2013 aufs Wacken Open-Air.

Das war wie eine Pilgerfahrt für mich, ich fand, man müsste einmal da gewesen sein und bin heute froh über die Erfahrung 🙂

Für mich war das Festival zu groß.

2015 fuhren Männchen und ich dann zusammen aufs Party.San nach Schlotheim, mit einigen Freunden zusammen und das war sehr schön.

Ich kannte kaum eine der Bands, aber das machte nichts, ich ging zur Bühne (es gab nur eine), ließ mir die Ohren volldröhnen und entschied dann spontan, ob es mir zusagte.

(Ein Vorgehen was auf dem Wacken undenkbar gewesen wäre, weil wir dort eine dreiviertel Stunde vom Zelt zum Festivalgelände liefen.)

2015 war es sehr heiß, zumal das Party.San auf einem Flugplatz stattfand, wo es nirgendwo ein einziges schattiges Plätzchen gab.

Wir fanden es super.

Als das Festival rum war, trugen wir uns für 2016 schon ganz fett markiert den nächsten Termin ein, als mir die Einschulung meines kleinen Bruders einen fetten Strich durch die Rechnung machte.

(Komischerweise war es ultrawichtig, dass ich als große Schwester dabei war, obwohl ich zur Einschulung meiner kleinen Schwester 10 Jahre früher überhaupt nicht eingeladen war.)

Ich überlegte noch kurz zu sagen, ich hätte die Karten schon gekauft, ließ das dann aber doch bleiben und konnte daher 2016 nicht auf ein Festival fahren.

Und nun ist 2017 – und niemand wird eingeschult.

Lang, lang, sehr lang im Voraus sagte ich allen auf Arbeit Bescheid, dass ich un-be-dingt dieses Wochenende frei bräuchte und dem Himmel sei Dank, es war genau das erste Wochenende NACH den heiligen Sommerferien, in denen ich ja unter Androhung von Folter auf keinen Fall Urlaub nehmen durfte, weil mein Uterus sich beständig weigerte Babies auszuspucken.

Und es wirkte – mein eingetragener Urlaub blieb frei und so fuhren wir letzte Woche Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein nach Schlotheim.

Während wir bei 30 Grad das Zelt aufbauten, holte ich mir einen Sonnenbrand, doch das war nicht schlimm.

Denn die nächsten 3 Tage schüttete es wie aus Eimern, sodass er gut gekühlt wurde.

Unter 5 Schichten Klamotten bei weniger als 13 Grad in der Nacht (ich zitterte sogar in meinem Mumienschlafsack, was mir noch nie passiert ist).

Wir fluchten, dass wir Sonnencreme dabei hatten, aber keine 2. Decke, Kühl-Akkus, aber keine Wärmflasche.

Wir kauerten unter den Pavillons, fluchten, dass nichts, aber auch GAR NICHTS bei diesem Wetter trocknete und wir nicht noch einen dicken Pulli mehr eingesteckt hatten.

Aber es war trotzdem großartig 🙂

Es war schön mal wieder völlig woanders zu sein und mit meinen Freunden einen von Mittwoch bis heute andauernde Party zu feiern, begleitet von lauter Musik.

Es blies mir den Kopf frei, alle Gedanken raus, es ist auch schwer an Arbeit und Kollegen zu denken, wenn man überlegt, welches Paar Socken man nochmal anziehen kann, als drittes Paar über die zwei, die man schon trägt.

Jetzt sind wir wieder zuhause – im Trockenen – und die dritte Maschine dreckige Wäsche dreht ihre Runden, während ich jetzt ins Bad gehe und mich in einen Vor-Festival-Sauberkeitszustand zurückversetze.

Es bleibt mir nun nur noch zu sagen:

Schön war’s.

und:

Gern wieder :3

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Leben

Meine imaginären Freunde – von der Illusion Gesellschaft zu haben

Ich bin schon eine Weile Braut.

Eine ganze Weile schon.

Es begann irgendwann, ich glaube 2014 im Herbst, als ich das erste Mal ein Brautkleid anzog. Das kann man hier nachlesen.

Ab da tat ich Braut-typische Dinge.

Plante Blumen, kaufte Deko, sah mir Brautmodenschauen an.

Und ich trat einer Facebookgruppe bei, aus der ich ganz schnell wieder verschwand, weil es irgendwie nur am Rande um Hochzeit ging.

Viel mehr sah man jeden Tag Ultraschall- und Schwangerschaftstestbilder, was mich tierisch nervte.

Nach einer Weile Abstinenz suchte ich mir wieder eine Gruppe und landete in derselben.

Sie hatten inzwischen die Muttis outgesourced (es hatten sich wohl noch mehr Leute aufgeregt) und es ging nun tatsächlich ums Heiraten.

Ich nahm viele Inspirationen von dort, teilte Freud und Leid beim Planen und fand schließlich in eine illustre Untergruppe, wo man sich untereinander über das eigene Liebesleben austauschte.

Meine perversen Bräute ❤ ach, wie liebte ich sie.

Ich kommentierte hier und da und irgendwie fanden diese Bräute die Idee ganz toll, sich mal zu treffen.

Und weil sie sich dafür meine Landeshauptstadt aussuchten und alle total begeistert waren, ließ ich mich mitreißen und fuhr hin.

Wir verstanden uns, obwohl wir so unterschiedlich waren, wirklich gut.

Also blieben wir in Kontakt, wichtelten per Post, was gar nicht so einfach war und trafen uns ein zweites Mal, dieses Mal in einem eigenen Haus, mit Cocktails und Toyparty, was sehr lustig war.

Ich fand eine Braut, mit der ich besonders gut zurecht kam, weil sie mich an den Langhaarigen erinnerte.

(Tatsächlich hat sie uns Bräute auch zu ihrer Hochzeit eingeladen und ich habe bereits das Hotelzimmer für Männchen und mich gebucht.)

Irgendwo zwischen erstem und zweiten Treffen ersponnen wir eine WhatsApp Gruppe, in der wir muntr hunderte Nachrichten am Tag austauschten.

Das war unheimlich lustig und schön, weil man immer Teil hatte an den Leben der anderen.

Doch oft war es auch mühsam bei so vielen Nachrichten den Überblick zu behalten.

Man hing dann eine halbe Stunde am Smartphone und kasperte sich durch 200 Nachrichten vom Kinderarztbesuch bis zum Ausflugsbild nur um einfach nichts zu verpassen, was die anderen so in ihrem Leben trieben.

Doch etwas verpasste ich trotzdem fast.

Mein Leben.

Durch das mehrmals tägliche Schreiben entstand zwischen den Bräuten und mir unheimlich viel Nähe, bei einer verhältnismäßig großen Distanz zwischen den einzelnen Mitgliedern.

Wir freuten uns über gute Bewerbungsgespräche, schimpften über Schwiegermütter, dabei war alles, was wir taten, auf unseren Smartphones tippen.

Es war alles nur virtuell, nicht real.

Wir saßen nicht mit unseren Freundinnen im Café und tratschten, sondern hockten in unbequemen Positionen auf Sesseln und Couches und verfolgten Nachrichtenverläufe.

Dieser „Zeitvertreib“ fraß gut und gerne eine oder zwei Stunden am Tag, die, wenn man mal betrachtet, wie häufig ich Überstunden schob, bei anderen Dingen dann fehlten.

Männchen meckerte oft, ich würde mich zu wenig mit ihm beschäftigen.

Ich ging seltener (wenn das überhaupt ging) abends aus.

Und wenn doch, dann machte ich ein Bild für unsere Gruppe und die anderen posteten Kommentare dazu.

Tatsächlich teilte ich fast alles mit den Bräuten und immer fand sich jemand, der etwas dazu zu sagen hatte.

Es war wie ein dauerhaft offenes Ohr, zu jeder Tages- und Nachtzeit, aufmerksamer als jede beste Freundin.

Ich hatte immer Gesellschaft – jedenfalls fühlte es sich so an.

Oft vertauschte ich, was ich Männchen schon erzählt hatte und was den Bräuten.

Und dann kam dieser eine Tag, an dem ich auf einmal merkte, dass diese Bräute, obwohl ich es oft so empfand, eben keine Freundinnen waren, die ich mir handverlesen hatte, sondern fremde, die mehr oder weniger zufällig mit mir in einer WhatsApp Gruppe gelandet waren.

Wir haben dieses Jahr 2 Geburten gefeiert in der Brautgruppe und am Tag der 2. trat ich aus der WhatsApp Gruppe aus.

Es war so ein bisschen, als ob sich der Kreis schloss.

Die frisch gebackene Mutti berichtete über ihre Geburt und schickte haufenweise Bilder, die sie mit Baby im Arm zeigten.

Sie (selbst Make-Up-hochbegabt) war frisch geschminkt und alle lobten, wie toll sie aussähe und wie gut ihr das Mutter-Sein stand.

Und dann ging es los mit den Geburtsgeschichten.

Wer hatte wie lang Wehen, wer war gerissen, genäht worden, Erfahrungen wurden ausgetauscht und bildlich dargestellt und darüber vergaßen die ganzen Bräute, dass auch einige unter ihnen waren, die noch keine Kinder bekommen hatten.

Wäre es ein Kaffeeklatsch gewesen, hätten wir schweigend auf unseren Stühlen gesessen, während die anderen mit ihren Mutterpässen gewedelt und aus ihnen vorgelesen hätten.

Nachdem ich der Mutter gratuliert und das Kind als wunderschön bezeichnet hatte, kam in mir das böse Gefühl auf, einfach nicht dazu zu gehören.

Ich fühlte mich in dieser WhatsApp Gruppe immer total verstanden, als ein Teil davon, doch nun, als Kinderlose, wie damals in der ursprünglichen Brautgruppe, fühlte ich mich einfach nur fehl am Platz.

Ich spürte, dass die anderen etwas besaßen, was ich nicht hatte, sie waren stolz darauf und ich saß da und fühlte mich wie ein Fehler im Strickmuster.

Eine Anomalie, eine Abweichung, irgendetwas, was zwar da, aber nicht funktionell zugehörig ist.

Ich saß da und fühlte mich unzulänglich – und so wollte ich mich nicht fühlen.

Als ich das in einem kurzen Satz sagte, kam einfach nur zurück

Jetzt freu dich doch einfach nur für die Mutti!

Da trat ich aus.


Und es tat mir nicht leid.

Dieser Kommentar war so unempathisch, so wenig passend gewesen, wie nur ein Fremder ihn mir an den Kopf werfen konnte.

Jemand, der mich nicht kennt, der nicht weiß, wie es mir geht und wie es in mir aussieht.

Ich hatte stunden- und tagelang am Telefon gehangen und mit ihnen geschrieben – und doch waren wir fremd und sie verstanden mich nicht.

Aber sie nahmen mir die Zeit mich auf Menschen zu konzentrieren, die mich kannten, die sich auch gern mit mir unterhielten und, die wussten, wie ich zum Thema Kinder stand.

Als ich austrat sagte ich: Ich glaub, ich nehm mir mal eine Auszeit.

Und diese Auszeit ist, mh, weiß ich nicht.

2 Wochen alt?

Inzwischen habe ich festgestellt, dass sie mir nicht fehlen, die Bräute.

Mein Telefon ist seitdem sehr still, wenn ich WhatsApp Nachrichten bekomme, dann fast nur noch von Männchen und meinen Freunden oder Papa.

Und das stört mich nicht.

Auch, wenn es am Anfang ungewohnt war.

Ich hab in der Zwischenzeit ein Buch gelesen mit der neuen Freizeit, außerdem widme ich Männchen mehr Aufmerksamkeit, was er sichtlich zu genießen scheint.

Am Anfang jammerten die Bräute richtig doll auf Facebook, ich solle zurückkommen, ich sei doch eine von ihnen, doch das dauerte keine zwei Tage an.

Und ich fühlte mich auch wirklich nicht mehr, wie eine von ihnen.

Ich war und bin ja schließlich keine Mutti, so wie der Großteil von ihnen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich nochmal zurück in die WhatsApp Gruppe gehe, vielleicht verlass ich sogar die Facebook Gruppe der perversen Bräute, nur um zu schauen, ob ich dann noch mehr bisher ungenutzte Freizeit habe.

Denn die kann ich dafür nutzen mit echten Freunden rumzuhängen, Kaffee zu trinken und zu lästern.

Dann geht es halt nicht nur um Brautthemen, doch das wird eh mit der Zeit langweilig, oder?

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Arbeit, Dieses Leben

Wut

Manchmal bin ich unheimlich wütend.

Meine Kollegin hat mich neulich zum Beispiel sehr wütend gemacht.

Sie ist organisatorisch gesehen ein echtes Desaster, kommt 5 Minuten vor der Angst mit Terminen an, die un-be-dingt noch in den Dienstplan eingearbeitet werden müssen, will freie Tage ohne Urlaub zu nehmen…

Es ist also für mich, diejenige, die die Dienstpläne macht, mit ihr manchmal ein echtes Kreuz.

So und nun nach unserem Urlaub, fingen die Sommerferien an.

Da meine Apotheke den Sonntag (an dem ich noch Urlaub hatte) Notdienst hatte, musste sie wohl oder übel 24 Stunden arbeiten und ich sollte danach den Montag, also meinen ersten Tag, gleich 12 Stunden arbeiten.

Kurz bevor ich in den Urlaub aufbrach, übernahm unsere 3. Apothekerin 12 von 24 Notdienststunden und die planlose Apothekerin meinte dann – wie immer 5 Minuten vor der Angst – wir könnten ja dann den Montag nochmal ändern.

Doch wie das oft bei ihr ist, links rein, rechts raus, hatte sie es vergessen und ich fuhr in den Urlaub, mit dem Wissen Montag von 8 bis 20 Uhr zu arbeiten.

Schließlich machte ich ja die Dienstpläne und wenn ich nicht da war, könnte sich deswegen ja nichts bei mir ändern.

Dachte ich.

Samstag bevor ich wieder auf Arbeit gehn sollte, kam der planlosen Apothekerin auf einmal wieder in den Sinn, sie wollte mir für den Montag ja Arbeit abnehmen und änderte den Dienstplan.

Ohne mich zu fragen.

Ich war nämlich gerade auf der Ostsee, auf einer Autofähre und genoss meinen vorletzten, freien Tag.

Nachdem sie das gemacht hatte, überkam sie doch Skrupel und sie schrieb mich per WhatsApp und SMS an, ich sollte mich dringend melden, wegen Montag.

Doch ich sah keinen Handlungsbedarf, ich wusste ja: nichts hatte sich geändert, ich war ja nicht gefragt worden.

Kurz danach sendete sie mir auf Anfrage den Dienstplan und ich sah, dass ich nun auf einmal von 0 bis 20 Uhr im Plan stand.

Und ich wurde wütend.

Warum?

Nun ja, ich sah, dass das nicht meine Handschrift war.

Und ich wusste, dass ich 8 bis 20 Uhr in den Plan geschrieben hatte.

Jemand hatte also ohne Rücksprache meinen Plan geändert und mir 8 Extrastunden reingedrückt.

Als ich das nachfragte, kam patzig zurück, niemand hätte etwas geändert, der Plan sei doch immer so gewesen und da platzte mir der Arsch.

Long story short, meine Kollegin gab zu, den Plan geändert und wieder zurück geändert zu haben und dabei versehentlich statt 8 bis 20 Uhr 0 bis 20 Uhr eingeschrieben zu haben.

Gleichzeitig echauffierte sie sich, wie ich ihr unterstellen könnte, sie hätte ohne meine Zustimmung den Plan geändert.

Sie wollte mir ja nur Arbeit abnehmen und es sei ja meine Schuld, dass das nicht geklappt hatte, weil ich am Samstag (meinem vorletzten Urlaubstag) nicht angerufen und mit ihr gesprochen hatte.

Es gab ein riesiges Drama.

Als ich dann Montag wieder auf Arbeit war, riss ich meine 12 Stunden ab und hatte das ganze schon fast wieder verdrängt.

Am Dienstag kam meine Kollegin wieder auf Arbeit und wollte – obwohl ich nicht wollte – unbedingt nochmal über diesen Vorfall sprechen.

Natürlich geriet das Gespräch außer Kontrolle, sie warf mir vor, ich wäre undankbar, ich war ihr vor, sie mische im Dienstplan ohne Rücksprache rum.

Sie sagte, sie wollte mich nur entlasten.

Ich sagte, ich bräuchte keine Entlastung.

Dann sagte sie, sie wäre „sehr hilfreich“ und, dass ich ihr gegenüber dankbar sein sollte.

Schließlich hätte sie doch dafür gesorgt, dass ich meine leitende Stellung bekommen hätte.

Sie hätte doch ein gutes Wort für mich bei der Chefin eingelegt.


An der Stelle ging etwas in mir kaputt.

Ich war tatsächlich die ganze Zeit über der Ansicht gewesen, ich hätte mir diese Stelle erarbeitet und hätte sie aufgrund von harter, konstant guter Leistung erwirtschaftet.

Meine Stelle war meine Auszeichnung, mein „Das hab ich geschafft!“.

Und nun beanspruchte sie meine Leistung für ihre.

Im Nachhinein hätte ich ihr dafür so gern einen Stuhl ins Gesicht geschlagen.

Und auch jetzt, wenn meine PTAs sich bei mir über sie beschweren, sie wäre zu langsam und würde abends nicht zu Potte kommen und die PTAs alles allein machen lassen…

Da würde ich ihr gern richtig eins dafür reinwürgen.

Ich war und bin immernoch unheimlich wütend über diese Aussage.

Auch deswegen, weil ich meine Chefin darauf angesprochen habe und sie das nicht, wie sie das sonst immer tut, mit einer sarkastischen Äußerung von Tisch gewischt hat.

Sie meinte, dass ich die Stelle habe, weil die anderen beiden ja nicht dafür geeignet gewesen wären.

Und dann relativierte sie, die 2. Apothekerin würde sich aber in letzter Zeit immer besser machen.

(Das ist unsere 30 Stunden Kraft, wegen derer umfassenden Krankheitsgeschichte ich eingestellt worden war.)

Sie sagte es nicht, aber ich fühlte es.

Meine Chefin hat mir die Stelle nicht gegeben, weil ich so gut und engagiert war (jedenfalls nicht nur).

Sie hatte einfach keine große Wahl und es wirkte, als würde sie mir die Stelle demnächst auch gern wieder abnehmen um sie meiner Kollegin zu geben.

Mein Vertrauen war erschüttert.

Und meine Loyalität war es auch.

Ich sprang jedes Mal für unsere Apotheke und alle Mitarbeiter in die Bresche, sorgte dafür, dass es lief und nun sowas?

Seit diesem Vorfall (es ist jetzt schon fast einen Monat her) ist meine Motivation am Boden.

Ich merke, dass ich kaum noch Lust auf Arbeit habe und mir wünsche, ich müsste nicht hin.

Und deswegen habe ich auch wieder angefangen mich nach einem neuen Job umzusehen.

Weil ich aus dieser vergifteten Umgebung heraus muss.

Und weil sich etwas ändern muss.

Ich mocht meinen Job wirklich, doch jetzt fühle ich mich nur noch ausgebeutet.

Ein Notnagel, den man halt genommen hat, weil sonst das Regal nicht gehalten hätte.

Der stolz die Lasten trägt, die eigentlich ein anderer tragen sollte.

Was für ein Scheiß-Gefühl.

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Extras

Freitagsfragen Nummer 3

Nach einem ziemlich doofen Tag, um genau zu sein, dem vierten Tag in Folge mit Migräne, folgen jetzt zur Aufmunterung die brüllmäusischen Freitagsfragen und meine persönlichen Antworten dazu 🙂

1.Was würdest Du als erstes tun, wenn Du nicht mehr arbeiten müsstest?

Ausschlafen!

Und danach liegen bleiben und meinen Haushalt auf Fordermann bringen (von euch macht das ja keiner!). Und den Rest des Tages würde ich durch die Stadt streifen, mich in irgendeinem Café fallen lassen und den Stapel ungelesener Bücher bearbeiten

2. Bist Du ein Morgen- oder Abendmensch?

Im Sommer definitiv ein Abendmensch. Lange schlafen, geil frühstücken und abends chillen bis lang nach dem Sonnenuntergang, der die selbe Färbung hat wie der Cocktail in meiner Hand.

3. Was wolltest Du als Kind später einmal werden?

Vieles, aber nicht Apothekerin 😀 Frisörin, Tierärztin (bis mir auffiel, dass die von Zeit zu Zeit Tiere einschläfern), normale Ärztin, Kindergärtnerin, nur Gärtnerin und am schönsten war dieser Berufswunsch: Fußballkommentatorin 😀

4. Die Wahl der Qual: Jeden Tag einen neuen Mückenstich oder laute Bauarbeiten beim Nachbarn?

Nur einmal die Bauarbeiten? Wie lang? Mückenstiche sind schon tierisch fies… und wenn jeden Tag ein neuer dazu kommt und keiner weggeht, dann nehm ich die Bauarbeiten.
Aber nur, wenn sie nicht so lange dauern, wie die für den Berliner Flughafen.

 

Und jetzt seid ihr dran: Was wären eure Antworten gewesen? 🙂

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Leben

Das optimale Leben

Die Sonne scheint von einem blauen Himmel, während ich auf der Dachterrasse im Halbschatten auf einer Decke sitze und ein bisschen was für meinen Job tue.

Vom Markt her weht Blasmusik zu uns herüber, nicht zu laut, gerade so, dass man sie ignorieren oder genießen kann.

Die Wäsche von gestern trocknet friedlich vor sich hin, während die Katzen im Balkonkasten sitzen, in dem das Katzengras frisch und saftig fast so hoch gewachsen ist, wie die Katzen.


 

Ich bin kenne keinen Gott, bin nicht gläubig und hatte noch nie eine Nahtoderfahrung, doch ich glaube, wenn es im Himmel so ist, wie jetzt hier, dann sollte ich öfter in die Kirche gehn.

 

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Freitagsfragen Nummer 2

 

Auch dieses Mal war ich bei Brüllmaus zu Besuch im Blog und nehme ihre Freitagsfragen mit.

Wer jetzt meckert, dass er mal gern was anderes lesen würde, zum Beispiel, wie es auf Arbeit läuft oder bei uns persönlich oder was ich vom Leerfischen der Meere halte, der hat jetzt Pech gehabt.

So.

  1. Wie sieht für Dich der perfekte Urlaub aus?
  2. Dir wird ein Ladengeschäft überlassen – was verkaufst Du?
  3. Wofür verwendest Du zu viel Zeit?
  4. Die Wahl der Qual: Jeden Tag ein paar kleine Steinchen im Schuh oder Spinat zwischen den Zähnen?

 

Zu 1.) Wie sieht für Dich der perfekte Urlaub aus?

Der perfekte Urlaub fängt für mich mit der Hinreise schon an. Mein Mann und ich steigen mit gepackten Koffern in den ICE 1. Klasse und fahren mit ihm zum Flughafen.

Dort checken wir ein (1. Klasse Flug) und fliegen 10 oder 20 Stunden (mir egal) in solchen Luxusbetten bei Vollverpflegung und Netflix (oder ähnlichem Unterhaltungsprogramm), zudem lese ich ein bis zwei Bücher.

Im Paradies angekommen, checken wir in eine Water-Villa direkt am oder im Meer ein.

Weißer Sandstrand, 28 Grad, eine kühle Brise umweht mein Sommerkleid.

Und das dann je nach Vor-Urlaubs-Stress-Pegel 2 oder 3 Wochen. Das wärs.

Zu 2.) Dir wird ein Ladengeschäft überlassen – was verkaufst Du?

Drogen.

Nein Quatsch, das mach ich ja jetzt schon.

Uh! Bonbons!

Ich gehe auf Arbeit richtig darin auf, immer wieder die Bonbons und Tees bei uns anschaulich zu sortieren und so hinzuhängen, dass unsere Patienten sie gerne mitnehmen.

Das könnte ich stundenlang machen.

Also Bonbons. Vielleicht auch Tees. Aber nur abgepackte.

Zu 3.) Wofür verwendest Du zu viel Zeit?

Na, bestimmt nicht fürs Bloggen.

Mh. Ich hänge, wie viele Altersgenossen von mir zu viel am Smartphone.

Aktuell schicke ich mir am liebsten mit meinen Bräuten Nachrichten oder hänge anonym auf Jodel rum.

Außerdem steh ich auf Minigames, die nicht viel Geschick benötigen.

Da könnt ich stundenlang davorhängen. Tu ich manchmal leider auch.

Zu 4.) Die Wahl der Qual: Jeden Tag ein paar kleine Steinchen im Schuh oder Spinat zwischen den Zähnen?

Ganz klar der Spinat, weil das heißen würde, ich würde auch jeden Tag Spinat essen und ich liebe Spinat.

Außerdem ist das ja ein rein optisches Problem unzwar eins für die Menschen in meiner Umgebung und was geht mich deren Elend an…?

 

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2 Reiseberichte

Unsere Reise war der Hammer!

Als wir vor ein paar Wochen mit dem Flugzeug auf der Insel ankamen, fiel mir als erstes auf, wie grün das Gras ist.

Die ganze Insel scheint zu grünen, überall Büsche, grünes Gras und Bäume.

Und einen Haufen Schafe gibt es auch 😀

Die Iren sind unheimlich nette Leute.

Wir haben uns mit ein paar von ihnen unterhalten, alle waren sehr freundlich und aufgeschlossen und hilfsbereit.

Auf unserer Reise haben wir einige wunderschöne Orte gesehen, wie die Cliffs von Moher und ich bin so froh, dass wir uns zu dieser Reise entschlossen haben, weil es schön war einfach etwas ganz anderes zu sehen, als die ganze Zeit hier in Deutschland.


 

Unsere Reise war ein Alptraum!

Da wir uns dazu bereit erklärt haben mit Verwandtschaft von Männchen low-budget zu reisen, haben wir uns bei dieser Reise kein Stück erholt.

Angefangen vom Ryanair Flug, bei dem es so eng war, dass man sich kaum bewegen konnte, bis zu den 12 Stunden langen Autotouren, die auch dadurch zustande kamen, dass wir ums Verrecken keine Mautstrecken benutzt haben.

Die Übernachtungen in Airbnbs waren ja noch O.K., aber in unserem Alter in einem Hostel in einem DOPPELSTOCKBETT zu schlafen, ist einfach nicht mehr unser Ding.

Außerdem bestanden unsere beiden Begleiter darauf so billig wie möglich essen zu müssen und haben deswegen 90% ihrer Mahlzeiten bei McDonalds und Co. zu sich genommen, was ich ab Tag 2 abgelehnt habe, weil mich einfach die irische Küche interessiert hat und nicht, ob der BigMc dort genauso schmeckt wie hier.

Wir saßen jeden Tag ungefähr 11 Stunden im Auto, weil die eine Begleiterin sich in den Kopf gesetzt hatte in 4 Tagen alle Sehenswürdigkeiten, die im Lidl Prospekt beworben wurden (und den sie auf den Knien liegen hatte), anzuschauen.

So rasten wir (und der Fahrer raste wirklich – ein paar Mal dachte ich wirklich, er bringt uns um) von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit.

Dort stiegen die beiden dann aus, stellten ein Foto und schon ging es weiter.

Natur genießen?

Fehlanzeige.

Erholung?

Könnt ihr vergessen.

Wenn man in einem 4 Mann Zimmer zusammen schläft, ist natürlich auch zwischenmenschlich absolut nichts drin, was Männchen und ich sehr bedauert haben.


 

Der Urlaub hat uns also vor allem eins gelehrt:

Geiz ist nicht immer geil und aus dem low-budget-wir-buchen-so-billig-wies-geht-Alter sind wir definitiv raus.

Echt ärgerlich für Irland, doch wir haben uns vorgenommen nochmal hinzufliegen.

Doch da definitiv nicht low-budget und nicht mit diesen zwei Foto-Touristen.

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