Extras, Leben

Reiselust

Ich habe mich gegen die neue Stelle entschieden und wisst ihr was?

Es war wohl die richtige Entscheidung.

Meine Chefin hat sich dazu durchgerungen, mir die Gehaltserhöhung zu geben, die sie mir für Februar in Aussicht gestellt hatte und unser kleines Team läuft so rund wie nie zuvor.

Persönlich läuft es auch sehr gut.

Männchen und ich basteln an unserer Ehe und unseren 3 Spitzohren geht es auch gut.

Nächste Woche steht der erste von unseren Urlauben ins Haus.

Wir fahren zunächst nach Berlin und fliegen von dort aus nach Dublin und es ist eine echte Herausforderung für mich in Berlin einfach nur einen Ort mit Flughafen und nicht meine Wunsch-Heimat zu sehen.

Wie ein beschissener Junkie fühl ich mich immer dann, wenn es um Berlin geht.

Hörte ich nur auf mich selbst und meine Wünsche, ginge jeder Urlaub nach Berlin – unzwar zu 100%.

Nichts wünsch ich mir sehnlicher als Berlin im Frühling, Sommer, Sonnenschein.

Den Mauerpark besuchen, mit dem Fahrrad fahren.

Doch ich hab es mir verboten.

Und bis jetzt halte ich das seit Oktober durch.

Und so sieht der Plan für nächste Woche aus:

Hinfahren, übernachten, abfliegen.

Es ist nur eine Stadt mit Flughafen.

Und nicht mein Stadt-gewordenes Herz.

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Dieses Leben

Verräter.

Ich habe heute, weil meine Waxxing-Tante ihren Job an den Nagel hängt um umzuschulen, zwei Packungen Nougat Pralinen gekauft.

Eine für sie, zum Abschied, weil ich sie in dem einen Jahr, in dem wir uns jetzt kennengelernt haben, echt ins Herz geschlossen habe

und eine für meine Kollegen.

Weil ich mich wie eine Verräterin fühle.

Anfang Januar habe ich das erste Inserat online gestellt – natürlich anonym – in dem ich schrieb, dass ich einen neuen Job hier in der Nähe suchte.

Und es kam nur Kram, den ich nicht haben wollte mit mehr als einer halben Stunde Autofahrt pro Strecke und den Stress will ich mir echt ersparen.

In der Zwischenzeit, in der nichts kam, hat mein einer PTA immer wieder davon angefangen, dass er sich am liebsten eine Stelle suchen würde, wo er nicht mehr 50km pro Strecke fahren möchte.

Ich habe gesagt, dass ich so wenigstens vorgewarnt bin, hab aber nicht erwidert, dass ich auch suche.

Defacto sind meine Bräute und mein Mann die einzigen, die das wissen.

Und vielleicht meine Familie, ehrlich gesagt weiß ich es nicht mehr, ob ich es denen auch erzählt habe.

Von Arbeit weiß es niemand, ich sage zwar immer wieder, dass ich unzufrieden bin und sich was ändern muss, aber man sagt ja, die, die am lautesten schimpfen, gehn als letzte.

Tja und dann lag am Freitag ein Stellenangebot in meinem Mailfach, von einer Apotheke hier aus meiner Heimatstadt.

Sonntag schickte ich meine Unterlagen hin, Montag bekam ich eine positive Rückmeldung, Dienstag haben wir ein Bewerbungsgespräch für heute ausgemacht.

Und heute war ich dort.

Ich war tatsächlich etwas nervös, hab mir zuhause mit der Fusselrolle die Katzenhaare vom Blazer entfernt und hab dann sage und schreibe 95 Minuten Bewerbungsgespräch gehabt.

Die gute Frau fand mich gut, weil ich schon Erfahrung in einer der Aufgaben habe, die sie mir zuteilen wollte.

Allerdings bekäme ich auch eine Aufgabe, von der ich keine Ahnung hab, das meinte ich auch zu ihr, doch sie meinte, da könne man sich einlesen.

Warum ging das so lang?

Naja, es war mehr ein fachlicher Austausch und ein Erzählen von Erfahrungen als das typische Nennen Sie 2 Stärken und 2 Schwächen von Ihnen! (den Bullshit hab ich noch nie gehört, geschweige dem selbst gefragt im Vorstellungsgespräch).

Persönlich hat sie nur gefragt, ob ich schon Familie habe, was ich tatsächlich wahrheitsgemäß beantwortet habe (anders als letztes Mal, als ich zu Männchen „mein Freund“ statt „mein Verlobter“ gesagt habe).

Und nun steht der Elefant im Raum.

Sie meinte zu mir, wir sollten beide nochmal eine Nacht drüber schlafen.

(Leider hab ich vergessen, zu fragen, ob sie mich nur befristet einstellen würde – das wäre ein Dealbreaker – und ob es eine Probezeit gibt (6 Monate am seidenen Faden hängen, ist echt nicht schön.))

Männchen und ich haben auf meinen Wunsch hin schon mal eine Pro/Contra Liste gemacht, was gar nichts gebracht hat, weil es jetzt 5 zu 5 steht.

Mies ist natürlich, dass ich wie bisher 40 Stunden arbeiten, aber weniger Geld bekommen würde.

Positiv wäre, dass ich erst morgens um 9 anfangen müsste und nicht wie jetzt immer eine halbe Stunde früher da sein und Abends Kasse zählen müsste.

Das heißt 20 Uhr ist wirklich Schicht im Schacht und ich komm endlich mal vor halb 9 abends nach Hause.

Scheiße ist natürlich, wie immer, wenn man den Job mitten im Jahr wechselt, die ganze Urlaubsplanung ist im Arsch.

Männchen und ich haben schon Fährentickets nach Schweden zu meinen Großeltern gekauft, die können wir dann in einem Freudenfeuer verbrennen, denn zurückgeben ist bei diesen Billigtickets leider ausgeschlossen.

Den Pfingsturlaub inklusive Hochzeit meiner Mutter und Dublin bekomme ich vielleicht durch, aber gewiss ist  das noch nicht.

Nun ja und dann ist da natürlich die persönliche Seite.

Ich liebe meine PTAs und ich kann sie nicht mitnehmen.

Das heißt ich lasse sie mit 2 Teilzeit-Muttis zurück, was automatisch mehr Arbeit für meine 3 Schätze bedeutet, was mir total leid tut.

Außerdem werden sie mir furchtbar fehlen.

Und ich hatte zwar den Eindruck, dass die Chefin heute nett wäre, aber die kann sicher bestimmt auch laut werden und wirkte ein bisschen launisch.

Tja und jetzt?

Hoffe ich erstmal, dass die neue Chefin mir meine Fragen beantwortet und mir damit meine Entscheidung erleichtert.

Und just in dem Moment, wo ich das alles tippe, bekomme ich ein Stellenangebot aus einer Klinik unserer Landeshauptstadt.

Krankenhauspharmazie, hallt es in mir wider.

Das wollte ich schon seit meinem Praktikum in einer Krankenhausapotheke machen.

Stationsbegehungen, Medikationsmanagement.

Ich hätte sogar fast statt in der schönen neuen Welt in einer Krankenhausapotheke auf dem Land mein Praktikum gemacht, aber da ist mir rechtzeitig genug zugetragen worden, dass die Chefin dort nur einmal freundlich ist, unzwar, wenn sie versucht dich als Arbeitskraft zu gewinnen.

Krankenhauspharmazie, hallt es nochmal.

Wie geil wäre das denn?

 

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Überfluss

Ich frage mich schon eine Ewigkeit:

Was macht uns glücklich?

Was macht mich glücklich?

Was muss geschehen, damit ich morgens gern aufstehe und abends erfüllt ins Bett gehe?

Tja, das Leben liefert mir zwar viele Antworten, aber auf diese Fragen leider nur immer welche, die mir nicht gefallen.

Vor Berlin haben wir gelernt, was mich NICHT glücklich macht.

Allein vor mich hinarbeiten, Laborarbeit, Isolation.

In Berlin haben wir gelernt, was mich SEHR glücklich macht.

Unter Menschen sein, mit Menschen arbeiten, singen.

Also habe ich angefangen mit Menschen zu arbeiten, viel zu arbeiten.

Und dabei kommen die anderen beiden Dinge permanent zu kurz.

Und nun, nachdem ich ein Jahr lang hart und viel gearbeitet habe und wieder feststelle, dass ich morgens nicht aufstehen will, da frage ich:

Was kann ich tun um mich glücklicher zu machen?

Erst hab ich es mit einkaufen probiert.

Einfach kaufen, was mir einfällt und was mir gefällt.

Nun bin ich stolze Besitzerin einer Menstruationstasse, hab ein Seitenschläferkissen und so viele Bücher (und passende Regale dazu), dass das halbes Wohnzimmer (in unserer exorbitant großen Wohnung) wie eine Bibliothek aussieht.

Und? Glücklich?

Nicht wirklich.

Dann hab ich es mit Arbeitserleichterung versucht.

Nun haben wir eine tolle Waschmaschine und kaufen uns Ende des Monats eine Spülmaschine und vielleicht noch einen Wäschetrockner.

Wird mich das glücklich machen?

Wer weiß.

Irgendwie ist es nicht mehr spannend sich etwas zu kaufen, wenn man sich gar nicht anstrengen musste um es zu bekommen.

Ich will eine Hose? Ich kauf sie mir.

Ich will ein neues Buch? Ich kauf es mir.

Ja natürlich gibt es Sachen, die ich mir nicht einfach so kaufen kann.

Ein neues Auto etwa oder einen Urlaub.

Und doch hat unser Wohlstand so zugenommen, dass ich beim Kaufen von alltäglichen Dingen keine Befriedigung mehr fühle, kein Glücksgefühl, keine Sättigung.

Das Unglück ist wie ein schwarzer Fleck in mir und er lässt sich nicht mit Geld überpinseln.

Das hab ich letzte Woche Sonntag festgestellt, als ich nach einer Woche, wo ich unheimlich viel gearbeitet hab, am Sonntag einfach nur mit Männchen zusammen sein wollte.

Weil mich DAS wirklich glücklich macht.

Und dann ist er zur Bandprobe gegangen, weil ihn DAS halt auch glücklich macht.

Und da hab ich gemerkt, was mir fehlt und in keinem Laden der Welt zu kaufen ist.

Es ist die Zeit mit ihm, mit meiner Familie, mit meinen Freunden.

Je mehr ich arbeite, desto mehr Geld hab ich und kann mir doch nicht kaufen, was mich glücklich macht.

Das ist der Schlüssel

Das muss ich ändern.

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Leben

Die vegetarische Woche

Wie schon in den letzten beiden Jahren hab ich für dieses Jahr eine Wanna-Do-List ausgedacht und neulich habe ich – hochmotiviert – einen Punkt davon umgesetzt.

Ich habe ein Woche vegetarisch gelebt.

Weil das toll ist und weil zu zweit alles noch viel toller ist, hat mein Mann gleich mitgemacht und Rezepte rausgesucht, die er dann kochen wollte.

Sonntag gabs bei uns nochmal Schnitzel und dann ging es los mit dem Vegetarismus.

13.2. (immer zuerst Mittag und dann Abendessen)

  • Salat mit Spiegelei
  • Suppe wie meistens mit Gemüse

14.2.

  • Nudel-Brokkoli-Auflauf zum Mittag
  • vegetarische Burger mit Süßkartoffelpommes

15.2.

  • gebratener Reis mit Gemüse und vegetarische Frühlingsrollen (vom Asiaten)
  • vegetarische Wraps

16.2.

  • Naturjoghurt mit Heidelbeeren
  • Suppe

17.2.

  • Curry King vegetarisch
  • vegetarisches Sushi

18.2.

  • Belegtes Brötchen
  • verschiedene Brotaufstriche mit Baguette und frittierte Champignons

19.2.

  • indisches Essen
  • weiß ich nicht mehr, vermutlich Reste

 

Was mir dabei aufgefallen ist:

  • vegetarisches Essen muss viel stärker gewürzt werden, damit es die fehlenden Röstaromen vom Fleisch ausgleicht (das hat Männchen nicht gemacht, deshalb hat irgendwann alles nur noch nach gar nichts geschmeckt, er hat gemeint, er wollte den ursprünglichen Geschmack des Gemüses bewahren *Augen roll*)
  • nach dem Essen blieb bei mir immer ein unzufriedenes Bauchgefühl übrig
  • Mittwoch Abend ist mir von den vegetarischen Wraps (die absolut geschmacksneutral waren, bis auf die Guacamole, die ich selbst gemacht habe) so übel geworden, dass ich dachte, ich muss es mir gleich alles nochmal durch den Kopf gehn lassen
  • ab Mittwoch hatte ich miese Laune, fühlte mich schlapp und hatte einen eingerissenen, entzündeten Mundwinkel, was ich schon nicht mehr hatte, seit ich ein Kind war (Nein, es war kein Herpes, ich bin Apothekerin, schon vergessen? Ich kann das unterscheiden.)
  • vegetarisches Sushi ist für mich nur ein Abklatsch von echtem Sushi und vegetarisches Curry King riecht wie normales Curry King, schmeckt aber nach Pappe (ich hab einen meiner PTAs kosten lassen, der hat das bestätigt)
  • im Großen und Ganzen bestand kein Unterschied zwischen Restaurantessen (Burger, Indisch) und selbst gekochtem Essen, es blieb immer irgendwie dieses unbefriedigte Gefühl zurück und bei jedem Essen dachte ich danach „Das wäre jetzt lecker gewesen, wenn der Burger/die Tofu-Brocken stattdessen aus echtem Fleisch gewesen wären
  • am Freitag hab ich das erste Mal Eisen kombiniert mit B12 in Form von einem Kräutersaft zu mir genommen und muss im Nachhinein betrachtet sagen, dass das viel zu spät war
  • insgesamt habe ich durch dieses „Experiment“ 1,2 kg abgenommen, wovon ich in der letzten Woche gleich wieder 0,3 kg zugenommen hab (Stichwort: Jo-Jo-Effekt)

 

  • alles in allem war diese Woche anstrengend, das Essen hat mir zu 80% nicht geschmeckt und ich hab die ganze Zeit ein starkes Verlangen nach Fleisch gehabt, was sich nicht durch noch mehr Gemüse (ab Mittwoch Abend konnte ich keins mehr sehen!) ausgleichen ließ.
  • Vermutlich hatte ich ab Mittwoch ein deftiges Eisen-Defizit, was ich von mir bisher so nicht kannte, offensichtlich ist der Fleischkonsum für die Deckung meines Haushaltes wichtig
  • es war also ein voller Erfolg inpuncto Lebenserfahrung und ein voller Misserfolg inpuncto Genuss/Wellness/Lifestyle
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Dieses Leben

Es wird nochmal schlimmer…

… bevor es besser wird.

So war es ja auch in der schönen neuen Welt, wo ich dachte, ich müsste krepieren, bevor meine Chefin aus Berlin mich erlöste, indem sie mir sagte: ja, du darfst früher bei uns anfangen.

Also der letzte Stand war ja eine Arbeitswoche mit 49 Stunden.

Der folgte letzte Woche eine mit 44.

Das ist ja schon mal ganz schön Scheiße, aber besonders hervorzuheben, ist eine Diskussion, die ich mit meinen beiden Kolleginnen am Donnerstag führte.

Es ging um das leidige Thema der Spätdienste und um tl/dr vorzubeugen, meine Kolleginnen mit je 25 bzw. 30 Stunden Arbeit pro Woche sind der Meinung, sie sind ja viel weniger auf Arbeit als ich, deswegen müsste ich mehr Spätdienste machen.

Nein.

Nein.

Dieses Mal und für alle Male, nein.

Weder mit der Begründung, dass ich keine Kinder habe, noch mit der Begründung, dass ich 40 Stunden arbeite, ist es gerecht, die ungeliebten Spätdienste zuhauf mir zuzuschieben.

Als ich das lautstark äußerte, kam von der 30 Stunden Kraft nur:

Woanders müsstest du auch mindestens 3 Spätdienste machen..

Woanders arbeite ich aber nicht!, antwortete ich und war sauer.

Richtig sauer.

So sauer, dass ich mir dachte, euch zeig ichs.

Denn heute war die Chefin da und diese hatte mir vor Beginn meiner Arbeit (damals, 2015) zugesichert, dass die ungeliebten Dienste gerecht verteilt würden.

3 Apothekerinnen, 6 Tage, macht für jeden 2.

Das ist für jede Mutti tragbar.

Das hat heute auch nochmal meine Chefin gesagt, aber so richtig kam das bei der einen Kollegin (25 Stunden) nicht an.

Sie empfand es wohl eher als Meinungsaustausch und meinte, sie würde da halt anders drüber denken.

Anders denken?

Die Chefin sagt etwas, wie es etwas gemacht wird und meine Kollegin wischt es vom Tisch mit „Ich seh das anders“ und will mit mir weiter diskutieren.

Ich hab dann versucht sie abzuwimmeln und bin schließlich laut geworden und hab gesagt: „Ich werde dieses Thema nicht mehr diskutieren! Die Chefin hat gesagt, es wird so gemacht, also wird es so gemacht!

… morgen ist dann der zweite Teil des Streites fällig, wenn die 30 Stunden Kraft von der Chefin ins Gebet genommen wird.

Ich habe gerade bei meiner Gewerkschaft angerufen und gefragt, natürlich ist es Bullshit, dass ich mehr Spätdienste machen muss.

Und es ist auch nicht gerecht, die auf mir abzuwälzen, nur weil ich keine Kinder habe, denn so klein sind die Kinder der anderen nicht mehr.

PS: Der Gipfel war, als die 25 Stunden Kraft meinte, im Tarifvertrag würde stehen, wer wie viele Spätdienste arbeiten müsste – was natürlich erstunken und erlogen war.

PPS: Ich hab trotzdem zur Sicherheit nochmal meine Gewerkschaft angerufen und mich beraten lassen und bin mir jetzt sicher, dass ich vom Gesetz her im Recht bin.

Leider meinte die Beraterin auch nur, ich soll mich an meine Chefin wenden, die muss das regeln.

Tja und wenn das nichts bringt?

… einen neuen Job suchen, meinte sie.

Ja, meinte ich.

Da haben Sie recht.

 

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Dieses Leben

Eine neue Chance

Gestern war bei mir das Maß voll.

Einfach so habe ich beschlossen, dass es mir nun reicht.

Mit Überstunden und dem Entgegenkommen, mit den Sonderwünschen im Dienstplan und den Nachtschichten.

Gestern früh habe ich eine SMS bekommen, statt meinem „normalen“ Samstagsdienst von 10 bis 16 Uhr (wohlgemerkt, mein 6. Arbeitstag in dieser Woche), den Dienst doch bitte von 11 bis 20 Uhr zu machen, weil die eigentlich eingeteilte Kollegin sich zu krank fühlt den ganzen Tag zu arbeiten.

Und da hat es bei mir ausgesetzt.

Diese Woche waren in meinem Bundesland Ferien und eine Mutti ist im Urlaub.

Die zweite Mutti kam am Mittwoch zu mir und meinte, sie will ihr Wochenende verlängern, ob ich nicht ihren Freitagsdienst zusätzlich zu meinem übernehmen kann.

So wären aus 8 mal schnell 12 Stunden geworden, worüber ich überhaupt nicht begeistert gewesen wäre, zumal Freitag bei uns einer der betriebsamsten Tage ist – um es mal nett zu sagen.

Als ich darauf nicht aufgeschlossen reagierte, fragte sie mich, ob ich denn dann wenigstens Montag ihren Dienst mit übernehmen könnte, was ich nach einem Blick in meinen Terminkalender, auch verneinen musste, weil ich Montag früh einen Termin habe, den ich bereits  für diese Woche abgesagt habe.

So entging ich einem 12 Stunden Tag, der mir weitere Überstunden beschert hätte, nur um mir für Samstag einen Spätdienst einzuhandeln, der mir auch Überstunden bescherte.

Und das war mir zu viel.

Natürlich ist es nur eine gefühlte Wahrheit, dass ich jeden Dienst übernehme, den meine Kolleginnen nicht machen wollen, aber es stimmt, dass sie damit immer erstmal zu mir kommen, weil ich der Dreh- und Angelpunkt der Apotheke bin.

Es läuft nichts an mir vorbei, ich leite.

Aber dafür werde ich nicht bezahlt.

Meine Chefin sieht es als Selbstverständlichkeit an, dass ich all das tue, um mich als Filialleiterin zu qualifizieren.

Diese Früchte hält sie gerade so nah vor meine Nase, dass ich sie sehen, aber nicht hineinbeißen kann, sprich, sie sagt mir immer wieder, dass sie mich zur Filialleiterin macht – tuts aber nicht.

Für Februar hatte sie mir auch irgendeine Form von erhöhter Entlohnung angekündigt, aber bis jetzt ist nichts passiert.

Und weil ich darüber so wütend war, habe ich mit Männchen zusammen beschlossen, meinem Berufsleben die Chance zu geben, sich zu ändern und werde mich diese Woche auf eine neue Stelle bewerben.

Es wird auch wieder die öffentliche Apotheke sein, denn mal ehrlich, ich liebe was ich tue und ich bin verdammt gut darin, aber dieses Mal stecke ich meine Ziele höher.

Ich will eine Filialleitung.

Aber ich befürchte das wollen noch viele andere und leider spricht die heilige Kuh der Berufserfahrung deutlich gegen mich, sodass ich gefühlt keine Chance habe.

Aber probieren werde ich es trotzdem.

Meine Fortbildungszertifikate für Mitarbeiterführung, Medikationsmanagement und die Ersthelfer-Schulung werde ich mit anheften und dann hoffen, dass sie mich einfach einladen.

Denn im persönlichen Gespräch – das weiß ich – kann ich durchaus überzeugen.

Ich glaub, ich geh dann mal morgen früh neue Bewerbungsfotos machen…

Wünscht mir Erfolg 🙂 ich halte euch auf dem Laufenden

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